Vom Stillstand und der Veränderung. Unser Sommer 2015

Selbst der umtriebigste Geist braucht einmal Ruhe.

Auch wenn sonst Bewegung und Fortschritt unser tägliches Handeln prägen, war es Zeit für Ruhe und Einkehr. Manchmal ist Stillstand eben doch nicht das Ende der Schaffenskraft, sondern ihr Neuanfang.

Suche die Stille auf
und nimm dir die Zeit
und den Raum,
um in deine eigenen
Träume und Ziele
hineinzuwachsen.

Stillstand. Sich nicht bewegen.  Zeit haben, auf sich selbst und das Drumherum zu schauen. Diese Zeit inmitten von Aufgaben und Pflichten zu finden, ist nicht leicht.

Wir haben sie uns geschaffen und uns einige Wochen Auszeit von beruflichen und privaten Verpflichtungen gegönnt. Kein Telefon, kein Internet, keine Mails beantworten. Vor allem: Kein Müssen.

Eine Reise nach Dänemark, bei der wir die Frage nach Uhrzeit ausblendeten. Frühstück am Hafen. Ach, schon Mittagszeit? Egal! Sonnenuntergang am Steinstrand. Dazwischen die Kinder, mit all ihren Fragen und staunenden Augen. Und ein glücklicher Hund, der plötzlich keine Altersschwäche mehr zu kennen schien. Und der Abstand zur Stadt.

Dafür unendlich stille Nächte, tausende Sterne, fallende Sternschnuppen, die uns an die Grenzen unserer Wünsche brachten. Erntezeit. Das laute Geräusch der Mähdrescher, die bis zum Morgengrauen unermüdlich das gewachsene Getreide ernteten. Die Arbeit eines Jahres. Und nachts, das fremde Geräusch von Stockrosen, die ans Fenster schlugen. Und die Frage: Sind wir hier weit weg oder eigentlich ganz nah bei uns?

Wir haben viel mitgebracht aus dieser Zeit. Neben eimerweise Steinen auch die Erkenntnis, dass die Ruhe immer in uns ist und  nur der Lärm der Stadt uns gern davon ablenkt.

Wir achten nun seitdem wieder mehr darauf, uns nicht aus den Augen zu verlieren. Seid uns also nicht böse, wenn wir nicht innerhalb von 2 Stunden auf eine Mail antworten. Wir sinnen wahrscheinlich gerade über das Gefühl nach, mit salziger Luft im Gesicht auf das unendlich scheinende Meer zu blicken.

 

P.S.: Fotografiert haben wir auf unserer Reise übrigens analog. Es war schön, mal wieder auf die Urlaubsbilder warten zu müssen. Auch ein Bestandteil der selbstverordneten Langsamkeit.